Überprüfung und Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlagen Haus Kemnade
Geohydraulische Untersuchung und Sanierung des umlaufenden Dammbauwerks
Auftraggeber:
Stadt Bochum, Zentrale Dienste
Keyfacts:
- Allseitige Umströmung durch Hochwasser (HQ100), gegenseitige Beeinflussung verschiedenster grundwasser- und untergrundbestimmter Faktoren
- Ziel: Schutz der Burgsubstanz vor Überströmung des Erdbauwerks oder Fäulnis der Holzgründung, Umbau vorhandener Wege und Sicherung umliegender Infrastrukturbauwerke
- Geotechnischer Bericht, LPH 5 bis 8 für die Fachplanungen Ingenieurbauwerke sowie Verkehrsanlagen
- Fachgutachterliche Begleitung und örtliche Bauüberwachung 1. Sicherungsstufe
Im Auftrag der Stadt Bochum begleitete die KIC GmbH die Ertüchtigung der Hochwasserschutzanlagen für die historische Wasserburg Kemnade. Ziel des Projektes war, die bestehenden Erdbauwerke gegen die zunehmenden Hochwasserereignisse der Ruhr zu stärken und unplanmäßige Überströmungen zu verhindern oder zu sichern.
Eine besondere ingenieurtechnische Herausforderung stellte die Lage der Burg innerhalb eines großflächigen Überschwemmungsgebietes dar, wodurch das Bauwerk bei einem HQ100-Ereignis allseitig von dem Ruhrwasser umschlossen wurde. Gleichzeitig musste ein komplexes (Grund-)Wassermanagement sichergestellt werden: Um die historische Holzgründung der Burgbauwerke vor Schäden durch Sauerstoffzutritt zu schützen, muss in der Gräfte dauerhaft ein Mindestwasserstand gehalten werden. Gleichzeitig darf der Wasserstand jedoch nicht so hoch ansteigen, dass eine Gefährdung für die Baulichkeiten (Auftrieb, Wassereintritt durch Fenster) besteht.
Leistungsübersicht:
- Geohydraulische Modellierungen: Durchführung von Berechnungen, insbesondere Sickerlinienberechnung, Dammdurchströmungsanalysen bei Hochwasser sowie Abschätzung des Grundwasserzustroms zur Bewertung der hydraulischen Systemstabilität
- Erdstatische Standsicherheitsnachweise: Erstellung in Anlehnung an DIN 19712 und DIN 19700-12 für Bestands- und Ertüchtigungszustände des Dammbauwerks
- Feld- und Baugrunduntersuchungen: Durchführung mittels Rammkernsondierungen, Rammsondierungen sowie zur detaillierten Erfassung der geotechnischen Bestandssituation
- Hydrogeologisches Monitoring: Aufbau und Betreuung eines Messsystems zur Analyse der Grundwasserströmungsverhältnisse und Bewertung der Auswirkungen auf Wasserstand und Dammsicherheit
- Bodenmechanische Laboranalytik: Durchführung an natürlichen Schichtzonen als Datenbasis für geohydraulische Berechnungen und Systembewertungen
- Systemanalyse: Vertiefte Untersuchung des dammähnlichen Erdbauwerks zur Steuerung des Wasserhaushalts unter Berücksichtigung von Zustromverhältnissen, Gräftenwasserständen und der Standsicherheit des Erdbauwerks
- Planung erste Sicherungsstufe: Planung von lokalen Bodeneinbaumaßnahmen, Einbringen von Dichtschichten sowie Herstellung eines überströmungssicheren Anstrombereichs
- Geotechnisches Fachgutachten: Zusammenführung aller Ergebnisse in einem umfassenden Bericht als Grundlage für Planung, Bewertung und Ertüchtigung des Dammbauwerks
